Judo - der sanfte Weg

"Der sanfte Weg" - so die deutsche Übersetzung des Wortes Judo - beginnt im Jahre 1882 in Japan.

In diesem Jahr eröffnete ein Mann namens Jigoro Kano eine Schule in Tokio, die er Kodokan, auf deutsch "Ort zum Erlernen des Weges", nannte.

Kano wurde 1860 geboren und war Schüler der größten Meister des Jiu-Jitsu, einer japanischen Kampfkunst, deren Wurzeln bereits zur damaligen Zeit über tausend Jahre zurückreichten.

Kano besann sich darauf, aus dem Kampfsport Jiu-Jitsu die tödlichen Techniken und auch jene, die Angriffe auf die Gelenke der Gliedmaßen beinhalten, zu entfernen.

Diese neue Lehre nannte er Judo.

Judoka

Ihr Ziel, aus einer Kampfkunst eine Sportart zu entwickeln, bei der Angriff und Verteidigung im Wechselspiel Geist und Körper des Menschen herausfordert und ihm so ermöglicht, eine eigene Persönlichkeit zu entfalten.

Die erste Silbe "Ju" hat in der deutschen Sprache neben der Bedeutung Sanftheit auch die des Nachgebens.

Judo könnte also auch mit "der Weg des Nachgebens" übersetzt werden.

Der Berliner Erich Rahn hat in Deutschland 1906 die erste Jiu-Jitsu Schule gegründet.

Aus ihr entstand nach und nach 1932 der Deutsche Judo-Ring.

Nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten als Kampfsportart zunächst verboten, wurde im zweigeteilten Deutschland 1953 der Deutsche Judo-Bund in der BRD und 1958 der Deutsche Judoverband in der DDR gegründet.

Nach der Wiedervereinigung schlossen sich beide Verbände Ende 1990 zum Deutschen Judo-Bund e.V. zusammen und wird heute als einziger nationaler Verband vom Kodokan anerkannt.

Bei den olympischen Spielen 1964 in Tokio wurde Judo im Mutterland erstmals olympische Disziplin.

Judo ist nicht nur Leistungssport, sondern auch Breitensport

Die Sportart Judo wird heute in vielen Ländern der Welt betrieben.

Ihre Wirkung geht weit über eine sportliche Betätigung hinaus.

Jugendliche nutzen ihre Freizeit sinnvoll und lernen Verantwortung und Rücksichtnahme, Erwachsene kommunizieren in geselliger Zusammenkunft und Senioren erfahren Lebensqualität durch körperliche Fitness bis ins hohe Alter.

Ein Sport, dessen Schwerpunkt nicht unbedingt in der Selbstverteidigung liegt, sondern im Sinne Jigoro Kanos dazu beitragen soll, durch das Wechselspiel zwischen Angriff und Verteidigung den Judoka zu einem harmonischen Menschen zu formen.